Fernwärme für Rochlitz

Die Technik

Das Biogas-BHKW

Am 29. Oktober 2013 nahm STEAG New Energies ein Blockheizkraftwerk (BHKW) auf dem Betriebsgelände der EVR offiziell in Betrieb. Rund zwei Millionen Euro kostete der Bau. Das Kernstück des BHKW ist ein mit Biomethangas betriebener Gasmotor. Der Motor hat eine elektrische und eine thermische Leistung von je 1,6 Megawatt. Die geplante jährliche Stromerzeugung ist ausreichend zur Versorgung von 2.750 Einfamilienhäusern. Den erzeugten Strom speist STEAG New Energies in das öffentliche Stromnetz ein. Die im BHKW produzierte Wärme verkauft STEAG New Energies an die EVR, die sie ins Fernwärmenetz einspeist. Die Wärme aus dem BHKW ersetzt teilweise die Wärmeerzeugung aus dem bestehenden Heizwerk, das aus einer konventionellen Kesselanlage besteht. Pro Jahr werden im Gasmotor 2,84 Millionen Kubikmeter Biomethangas verbrannt.

Der Primärenergiefaktor der Fernwärmeversorgung in Rochlitz ist gegenüber der ehemaligen Kesselanlage auf Basis Heizöl oder Erdgas wesentlich günstiger. Er liegt jetzt bei 0,16. Seit dem 1. Januar 2010 ist das neue Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) gültig. Das Gesetz gibt Vorgaben hinsichtlich der Beschaffenheit der Energieversorgung bei Neubauten und Altbausanierungen. Wesentliche Nachweisgröße ist hierbei der Primärenergiebedarf, der nicht überschritten werden darf. Ein Gebäude darf somit nur eine bestimmte Menge Energie pro Jahr benötigen. Hierbei wird die „Vorkette“ eines Energieträgers mit berücksichtigt. Energieverluste durch Gewinnung, Umwandlung und Verteilung eines Energieträgers – gemessen mit dem Primärenergiefaktor – haben damit einen entscheidenden Einfluss auf den Primärenergiebedarf. Je niedriger der Primärenergiefaktor desto besser. Ein niedriger Primärenergiefaktor ermöglicht den Kunden die Inanspruchnahme staatlicher Kredite.
 

Kennzahlen Biogas-BHKW
Elektrische Leistung:   1,6 Megawatt
Thermische Leistung:   1,6 Megawatt
Wärmeabsatz:   11.342 Megawattstunden pro Jahr
Stromabsatz:   10.982 Megawattstunden pro Jahr
Methangaseinsatz:   28,4 Gigawattstunden pro Jahr
CO2-Einsparung:   6.325 t/a